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Was macht man mit einer verblühten Amaryllis? Jedes Jahr zum Blühen bringen

Die Amaryllis, oder genauer der Ritterstern (Hippeastrum), verzaubert uns meist im Winter mit ihren spektakulären, trichterförmigen Blüten. Oft wird sie als Wegwerfblume behandelt und landet nach ihrer prächtigen Blütezeit im Müll. Doch was macht man mit einer verblühten Amaryllis?

Der Schlüssel liegt in der konsequenten Nachsorge: der Pflanze nach der Blüte eine Phase der Regeneration und des Wachstums ermöglichen, gefolgt von einer unbedingt notwendigen Ruhephase.

Nur so sammelt der Ritterstern genug Kraft in seiner Zwiebel, um im nächsten Winter wieder die beeindruckenden Blüten der Amaryllis hervorzubringen.

Was macht man mit einer verblühten Amaryllis? Aufbruch zum neuen Wachstum

Was macht man mit einer verblühten Amaryllis Aufbruch zum neuen Wachstum

Die Blüte der Amaryllis hält in der Regel zwei bis drei Wochen, oft bis in den Februar oder März hinein.

Ist die letzte Blüte verwelkt, beginnt der entscheidende Teil des Pflegezyklus. Jetzt legen Sie den Grundstein für die nächste Blütezeit.

Wo schneidet man Amaryllis ab? Die ersten Schritte

Sobald die Blüte vollständig verwelkt ist, müssen Sie handeln. Entfernen Sie den gesamten Blütenstiel etwa einen Zentimeter über der Amarlyllis-Zwiebel. Nutzen Sie dafür ein scharfes, sauberes Messer oder eine Schere.

Wichtig: Lassen Sie die grünen, langen Blätter der Pflanze unbedingt stehen! Sie sind der Motor für die Photosynthese und somit essenziell für die Nährstoffproduktion, die in die Amaryllis-Zwiebel eingelagert wird. Diese Reserven braucht der Ritterstern für die nächste Blüte.

Wachstum fördern: Amaryllis richtig pflegen

Nach dem Entfernen der verblühten Amaryllis muss die Pflanze in ihre Wachstumsphase übergehen. Sie benötigt nun zwei Dinge: Licht und Nährstoffe.

  • Standort: Stellen Sie den Topf an einen hellen, warmen Platz, idealerweise an ein sonniges Fenster, aber ohne direkte pralle Mittagssonne, um Blattschäden zu vermeiden.

  • Gießen: Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe, welche die Amaryllis-Zwiebel faulen lässt. Gießen Sie über den Untersetzer und schütten Sie überschüssiges Wasser nach 15 Minuten ab.

  • Düngen: Beginnen Sie etwa vier Wochen nach dem Verblühen mit dem regelmäßigen Düngen. Ein flüssiger Blühpflanzendünger, alle zwei bis vier Wochen dem Gießwasser beigefügt, fördert das Blattwachstum und die Speicherung der Nährstoffe.

PINTERESET

Amaryllis im Sommer: Die Kur an der frischen Luft

Ab Mai, nach den letzten Frösten (Eisheilige), dankt es Ihnen die Pflanze, wenn Sie sie nach draußen bringen.

  • Standort im Freien: Wählen Sie einen geschützten, halbschattigen Platz auf Balkon oder Terrasse. Temperaturen bis etwa $26^\circ\text{C}$ sind optimal. Auch hier gilt: keine pralle Mittagssonne.

  • Pflege im Sommer: Setzen Sie das regelmäßige Gießen und Düngen fort. Die Amaryllis nutzt die gesamte warme Jahreszeit, um durch die Photosynthese der Blätter ihre Zwiebel optimal aufzuladen.

Die Ruhephase der Amaryllis: Der Schlüssel zur erneuten Blüte

Die Ruhephase der Amaryllis Der Schlüssel zur erneuten Blüte

Ab Ende Juli oder Anfang August beginnt die entscheidende Vorbereitung auf die erneute Blütezeit. Die Amaryllis benötigt nun eine kühle, trockene Ruhezeit, die ihren natürlichen Zyklus im südlichen Afrika nachahmt.

Das Einleiten der Ruhezeit

Stellen Sie das Gießen und Düngen komplett ein. Die Pflanze stellt ihr Wachstum ein und die Nährstoffe werden aus den Blättern in die Amaryllis-Zwiebel zurückgezogen. Die Blätter werden nun allmählich gelb und vertrocknen.

  • Blätter entfernen: Erst wenn die Blätter vollständig gelb und eingetrocknet sind, können Sie diese vorsichtig entfernen. Schneiden Sie sie etwa einen Zentimeter über der Zwiebel ab.

  • Standort für die Ruhephase: Stellen Sie den Topf an einen kühlen, dunklen Ort. Ideale Temperaturen liegen zwischen 10 °C und 15 °C. Der Keller, eine ungeheizte Garage oder ein dunkles Treppenhaus sind hierfür perfekt.

  • Dauer der Ruhephase: Die Ruhephase sollte mindestens 8 bis 12 Wochen dauern. In dieser Zeit wird nicht gegossen.

Kann man eine Amaryllis Knolle aufheben?

Ja, die Amaryllis-Zwiebel (Knolle) muss unbedingt aufbewahrt werden, da sie die mehrjährige Überlebensbasis der Pflanze darstellt.

Die Zwiebel speichert alle Nährstoffe für die erneute Blüte und überdauert so die trockene Ruhezeit. Erst durch diese Ruhepause bilden sich im Inneren der Zwiebel die neuen Blütenknospen für den kommenden Winter aus.

Neustart und erneutes Blühen erzwingen

Nach der obligatorischen Ruhezeit – meist Ende Oktober oder Anfang November – leiten Sie den neuen Zyklus ein.

Amaryllis umtopfen

Nehmen Sie die Amaryllis-Zwiebel aus dem alten Substrat. Entfernen Sie abgestorbene Wurzeln und prüfen Sie die Zwiebel auf Fäulnis.

  • Umtopfen: Pflanzen Sie die Zwiebel in frische, hochwertige Blumenerde. Wählen Sie einen Topf, der nur unwesentlich größer als die Zwiebel selbst ist, da der Ritterstern enge Töpfe liebt.

  • Pflanztiefe: Die Amaryllis-Zwiebel wird nur etwa zur Hälfte eingepflanzt, sodass die obere Hälfte aus der Erde herausschaut. Mischen Sie etwas Sand oder Blähton in die Erde, um die Drainage zu verbessern und Staunässe vorzubeugen.

Das Erwachen: Wieder an den Start

Stellen Sie den umgetopften Ritterstern an einen hellen, zimmerwarmen Standort (ca. 20 °C bis 22 °C. Beginnen Sie mit vorsichtigem Gießen, um das Wachstum der Wurzeln und den neuen Austrieb zu stimulieren.

Drehen Sie den Topf regelmäßig, damit der bald sprießende Blütenstiel gerade wächst. Nach etwa sechs bis acht Wochen sollten Sie die ersten neuen Blütenstiele sehen. Die neue Blütezeit beginnt!

Häufige Fragen zu was macht man mit einer verblühten Amaryllis?

Ist die verblühte Amaryllis ein Fall für die Tonne?

Ein klares Nein. Wie gezeigt, ist der Ritterstern mehrjährig. Ihn nach der Blüte zu entsorgen, bedeutet, ein großes Potential zu vergeuden.

Mit den korrekten Zyklen aus Wachstum, Regeneration und Ruhephase können Sie die Pflanze viele Jahre lang zur Blüte bringen.

Amaryllis in Wachs: Was nun?

Amaryllis in Wachs sind ein beliebter Deko-Trend, der der Zwiebel zwar die erste Blüte ohne Wasser ermöglicht, sie aber danach in eine schwierige Situation bringt. Die Zwiebel muss aus der Wachsschicht befreit werden, um eine Chance auf ein zweites Leben zu haben.

  1. Wachs entfernen: Brechen oder schneiden Sie die Wachsschicht vorsichtig ab. Achten Sie darauf, die Zwiebel und vorhandene Wurzeln nicht zu verletzen.

  2. Einpflanzen: Topfen Sie die Zwiebel wie oben beschrieben in frische Erde.

  3. Pflege: Befolgen Sie den normalen Zyklus aus Wachstumsphase und Ruhephase. Die Rettung ist nicht immer erfolgreich, aber einen Versuch wert.

Wie übersommere ich Amaryllis?

Das Übersommern der Amaryllis ist gleichbedeutend mit der Wachstumsphase der Pflanze nach der Blüte.

Es bedeutet, die Pflanze von Mai bis August/Anfang September an einem halbschattigen, warmen Ort (gerne draußen) intensiv zu pflegen, regelmäßig zu gießen und alle zwei bis vier Wochen zu düngen. Ziel ist es, dass die Blätter so viel Energie wie möglich produzieren und in der Amaryllis-Zwiebel speichern.

Fazit: Was macht man mit einer verblühten Amaryllis?

Man schenkt ihr ein neues Leben. Die scheinbar aufwendige Pflege ist in Wahrheit ein faszinierender Kreislauf, der Sie mit der richtigen Herangehensweise Jahr für Jahr mit einer spektakulären Blüte der Amaryllis belohnen wird.

Beginnen Sie noch heute mit dem richtigen Pflegemanagement und genießen Sie die Vorfreude auf die nächste Blütezeit Ihres Rittersterns!

 

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